Strahlengang in Gradientenindex-Mikrolinsen
Gradientenindex-Mikrolinsen haben einen Brechungsindex, der sich radial ändert. Lichtstrahlen werden dadurch nicht nur an den Grenzflächen, sondern auch innerhalb der Linse gebrochen, und es ergibt sich ein sinusförmiger Strahlverlauf.
Eine Linse hat einen Pitch (Brechkraft) von 1,0, wenn der Strahl über ihre Länge eine komplette Sinuswelle durchläuft. Linsen mit 0,23 Pitch werden zum Kollimieren von Laserdiodenstrahlung und zur Einkopplung von Licht in sowie zur Kollimierung von Licht aus Lichtwellenleitern (LWL) eingesetzt. Linsen mit 0,25 Pitch kommen bei der Kopplung und beim Kollimieren von LWL und bei Faser-Faser-Kopplung zum Einsatz. Linsen mit 0,29 Pitch hingegen werden zur Faser-Faser-, Laser-Faser- und Faser-Detektor-Kopplung verwendet.
Um Rückreflexionen zu minimieren, haben die plan-winkligen Linsen um 8° geneigte Endflächen. Die Plankonvexlinsen besitzen eine geringe sphärische Aberration und einen großen Akzeptanzwinkel. Dies reduziert die Brennfleckgröße auf ein Minimum und verbessert die Einkoppeleffizienz. Die allgemein verwendbaren, planparallelen Linsen sind für vier Wellenlängen erhältlich: 630 nm, 830 nm, 1300 nm und 1560 nm. Die plan-winkligen und plankonvexen Linsen gibt es hingegen für drei Wellenlängen: 830 nm, 1300 nm und 1560 nm. Entspiegelungen für die jeweilige Wellenlänge sorgen für maximale Transmission.