Die Auswahl der passenden Linse

Bei der Auswahl der richtigen Linse sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Die Linsenform, das Konjugationsverhältnis, das Öffnungsverhältnis, die Transmission, die Wellenfrontverzerrung, das Streulicht, die Entspiegelung und der Preis spielen eine wichtige Rolle. Die nachstehenden Tabellen helfen bei der Auswahl der passenden Linse aus unserem umfangreichen Angebot.

Durch die Auswahl der geeigneten Linsenform erreicht man geringe Abbildungsfehler. Wenn man mit unendlichem oder nahezu unendlichem Konjugationsverhältnis arbeitet (kollimiertes Licht auf einer Seite der Linse), setzt man am besten plankonvexe/plankonkave oder Achromatlinsen ein. Bei endlichem Konjugationsverhältnis nahe 1:1 hingegen eignen sich bikonvexe/bikonkave Formen besser. Manchmal ist es bei einem Konjugationsverhältnis nahe 1:1 sogar vorteilhafter, zwei Linsen für unendliches Konjugationsverhältnis in symmetrischer Anordnung einzusetzen.

LENSSELE-S

Positive Linsen

Konjugationsverhältnis (Objekt/Bild) Plankonvex Bikonvex Achromat/Dublett Zylindrisch-Plankonvex
Unendlich Ø D Ø
10:1 Ø D Ø
5:1 Ø Paar Ø ◊ Paar D
1:1 Ø Paar Ø ◊ Paar D

D– Geeignet
Ø– Besser
◊– Ideal

Negative Linsen

Konjugationsverhältnis (Objekt/Bild) Plankonkav Bikonkav Zylindrisch-Plankonkav
Unendlich D
10:1 D
5:1 D D
1:1 D D

Verwendet man eine positive Linse, um einen kollimierten Strahl zu fokussieren, spielt das Öffnungsverhältnis (f-number, f-Zahl, f/#) der Linse eine wichtige Rolle. Bei Öffnungsverhältnissen über 10 ist die Linsenform für die Fleckgröße nicht mehr entscheidend. Bei f/2 bildet hingegen eine achromatische Dublettlinse den kleinsten Brennpunkt. Die anderen Linsenformen fokussieren nicht beugungsbegrenzt.

LENSSEL1-S

Positive Linsen

f/# Plankonvex Bikonvex Achromat/Dublett Zylindrisch-Plankonvex
f/10
f/5 Ø D Ø
f/2 D D D

Plankonvexlinsen eignen sich am besten, um parallele Lichtstrahlen auf einen Punkt - oder bei der Zylinderlinse auf eine Linie - zu fokussieren. Die Asymmetrie dieser Linsen reduziert die sphärische Aberration, wenn sich Objekt und Bild in unterschiedlichen Abständen zur Linse befinden. Im optimalen Fall befindet sich das Objekt im Unendlichen (parallel gerichtete Strahlen treten in die Linse ein) und das Bild sitzt im Brennpunkt. Obwohl Plankonvexlinsen für unendliches Konjugationsverhältnis (Objektabstand/Bildabstand) optimal sind, minimieren sie sphärische Abberationen bis zu einem Konjugationsverhältnis von etwa 5:1. Optimale Leistung wird erreicht, indem man die gekrümmte Oberfläche zur längeren Distanz hin bzw. zum parallel einfallenden Strahl ausrichtet.
Bikonvexlinsen ähneln Plankonvexlinsen darin, dass sie eine positive Brennweite haben und parallel gerichtete Strahlen auf einen Punkt fokussieren. Beide Oberflächen sind sphärisch und haben den gleichen Krümmungsradius. Sphärische Aberrationen werden minimiert, wenn Objekt und Bild in gleichen oder ähnlichen Abständen von der Linse angeordnet sind. Sind Objekt- und Bildabstand gleich (1:1-Abbildung), wird nicht nur die sphärische Aberration, sondern auch Koma und Verzeichnung minimiert. In der Regel setzt man Bikonvexlinsen bei Konjugationsverhältnissen zwischen 5:1 und 1:5 ein. Außerhalb dieses Bereiches eignen sich Plankonvexlinsen besser.
Plankonkav- und Bikonkavlinsen brechen parallel einfallende Strahlen so, dass sie auf der Austrittsseite auseinanderlaufen, und haben daher eine negative Brennweite. Obwohl die Ausgangsstrahlen sich nicht real in einem Brennpunkt kreuzen, scheinen sie von einem virtuellen Brennpunkt auf der Objektseite der Linse auseinander zu laufen. Bei absoluten Konjugationsverhältnissen über 5:1 und unter 1:5 sind Plankonkavlinsen fast Linsen bester Form und reduzieren sphärische Aberration, Koma und Verzerrung. Wie bei Plankonvexlinsen richtet man die gekrümmte Oberfläche in Richtung des größeren Abstandes aus. Lediglich bei Hochleistungsslasern kehrt man die plane Seite dem Laser zu, um einen Sekundärfokus zu vermeiden. Bei Konjugationsverhältnissen um 1:1 sind Bikonkavlinsen die bessere Wahl.

Für Anwendungen im sichtbaren und Infrarotbereich bis 2,1 mm bietet BK7 gute Leistungen zu einem günstigen Preis. Im UV-Bereich bis zu 185 nm empfehlen wir Fused Silica (Quarzglas). Fused Silica bietet auch im sichtbaren und IR-Bereich bis 2,1 mm eine exzellente Transmission, eine bessere Homogenität und einen geringeren thermischen Ausdehnungskoeffizienten als BK7. Für Anwendungen im tiefen UV- oder IR-Bereich eignen sich am besten CaF2 und MgF2.

Material Transmissionsbereich Kosten Eigenschaften
BK7 380– 2100 nm niedrig Hohe Transmission für Anwendungen im sichtbaren und NIR, das am häufigsten verwendete optische Glas
UV Fused Silica 185– 2100 nm mittel Exzellente Homogenität und niedrige thermische Ausdehnung, hohe Zerstörschwelle
CaF2 170– 8000 nm hoch Hohe Transmission im tiefen UV- und IR-Bereich
MgF2 150– 6500 nm hoch Doppelbrechendes Material, hervorragend für den tiefen UV- und IR-Bereich

Anmerkung: Newport verwendet CaF2 und MgF2 nur für kundenspezifische Optiken.

Die Anforderungen an die Oberflächenform und -qualität hängen von der Anwendung ab. Ist die Erhaltung der Wellenfront entscheidend, sollte man Linsen mit maximalen Abweichungen von l/4 bis l/8 wählen. Ist sie nicht so entscheidend, reichen kostengünstigere Linsen mit einer maximalen Abweichung von l/2 aus. Je niedriger die Zahl der Kratzer/Aussprünge, desto geringer ist die Streuung. Bei anspruchsvollen Laser- und Imaging-Systemen sind Werte von 20-10 bis 40-20 am besten geeignet. Bei Anwendungen, bei denen eine geringe Streuung nicht so entscheidend ist, reichen kostengünstigere Linsen mit Werten von 60-40.

Formabweichung

Abweichung Kosten Anwendung
l/2 niedrig Kostengünstige Lösung, wenn eine gewisse Wellenfrontverzerrung nicht stört.
l/4 mittel Ideal für allgemeine abbildende und Laser-Anwendungen, wenn eine niedrige Wellenfrontverzerrung bei günstigem Preis erforderlich ist.
l/8 hoch Für Anwendungen mit vielen optischen Elementen, wenn eine geringe Wellenfrontverzerrung unabdingbar ist.

Für Newport Linsen wird der PV-Wert (peak to valley) pro Fläche spezifiziert, wenn nichts anderes angegeben ist.

Oberflächenqualität

Kratzer/Aussprünge Kosten Anwendungen
60-40 niedrig Für Laser niedriger Leistung und für Abbildungen, bei denen Streulicht nicht stört.
40-20 mittel Für alle Anwendungen mit Lasern und für Abbildungen, bei denen ein geringes Streulicht toleriert werden kann.
20-10 hoch Für anspruchsvolle Anwendungen mit Lasern und für Abbildungen, bei denen eine minimale Lichtstreuung unabdingbar ist.

Newport bietet eine Reihe von breitbandigen Entspiegelungen an, die den Spektralbereich vom UV über das NIR und IR bis zum FIR abdecken. Breitbandige Mehrschicht-Entspiegelungen bieten exzellente Reflexionsminderung über einen breiten Spektralbereich. Die breitbandige Einschicht-Entspiegelung mit MgF2, die bei unseren Achromaten der Standard und bei unseren VALUMAX®-Linsen eine Option ist, bietet sehr gute Leistung bei niedrigstem Preis. Mehrlagige V-Coatings für Laserlinien bieten minimale Reflexion und maximale Transmission.

MGF20BK7-S
Entspiegelung Wellenlängenbereich
(nm)
Reflexion Kosten Bemerkungen
Breitband
UV, mehrlagig, AR.10 245– 440 Ravg <0,5% mittel Nur auf UV Fused Silica Substraten
VIS, einlagig, MgF2 400– 700 Ravg <1,5% niedrig Nur auf Achromaten und VALUMAX®-Linsen
VIS, mehrlagig, AR.14 430– 700 Ravg <0,5% mittel Optimal für breitbandige Anwendungen im sichtbaren Bereich
NIR, mehrlagig, AR.16 650– 1000 Ravg <0,5% mittel Ideal für Diodenlaser im NIR
IR, mehrlagig, AR.18 1000– 1550 Ravg <0,5% mittel Ideal für Diodenlaser in der Telekommunikation
Laserlinien
V-Coating, mehrlagig, AR.25 488– 514,5 Rmax <0,25% hoch Maximale Transmission bei einer Wellenlänge
V-Coating, mehrlagig, AR.27 532 Rmax <0,25% hoch Maximale Transmission bei einer Wellenlänge
V-Coating, mehrlagig, AR.28 632,8 Rmax <0,25% hoch Maximale Transmission bei einer Wellenlänge
V-Coating, mehrlagig, AR.29 694 Rmax <0,25% hoch Maximale Transmission bei einer Wellenlänge
V-Coating, mehrlagig, AR.33 1064 Rmax <0,25% mittel Maximale Transmission bei einer Wellenlänge